Es war ein sehr interessantes Menü mit vielen Aromen, leicht und frisch und passend zu süßen Weinen. Das Menü war richtig lecker, abgesehen vom Paneer (indischer Käse, welcher unglaublich neutral schmeckt), aber selbst der war zumindest eine Erfahrung. Und ja, ich sage es immer wieder dazu, die meisten Rezepte probiere ich zum ersten Mal aus. Es ist also nicht nur der Weine wegen spannend, auch für mich :-)
Die Weine waren allerdings etwas enttäuschend. Aber lest selbst...
Wir haben zu Sommer-Rollen mit Erdnussdip mit dem 2024er Herrenberg Riesling Kabinett von Maximin Grünhaus von der Mosel gestartet. Er wurde als animierender Aperitif empfohlen und ja, mit seinen frischen Aromen nach Zitrone und grünem Apfel war er schön frisch mit einer angenehmen Süße. Dennoch muss ich gestehen, dass ich bei 24 Euro mehr erwartet habe. (meine Empfehlung: Zeltinger Himmelreich Riesling Kabinett, Markus Molitor, Mosel 15 €)
Die Vorspeise Masala Paneer (gewürzter indischer Käse) an Melonen-Gurken-Salat war recht frisch und durch die Melone leicht süß. Der 2025er Das schönste Schenken ist das Einschenken von Muskateller feinherb, Emil Bauer, Pfalz (8,99 €) hat mit seiner intensiv fruchtig süßen Art mit feiner Muskatnote super dazu gepasst und großes Lob wieder an Emil Bauer. Top Preis-Genuss-Verhältnis.
Der 2024er Monte Zovo Lugana (16,95 €) ist schon solo recht sauer. Fruchtaromen von Zitrusfrüchten und feine Mineralik. Zu unserem Essen hat es gezeigt, dass die Süße in der Speise die Säure im Wein verstärkt. Nudeln mit Fisch wäre definitiv besser dazu gewesen.
Der Hauptgang Mee Siam (Reisnudeln mit Thaigemüse) und würzigen Garnelen war angenehm scharf und würzig (lecker).
Der 2025er Rotling halbtrocken, Juliusspital, Franken (8,75 €) hatte eine wundervolle Beschreibung und eine ernüchternde Wahrheit: schon vom Geruch war er chemisch (Nagellackentferner), Parfüm, Gras, Blüten. Geschmacklich nach vergorenen Erdbeeren, leicht säuerlich, etwas bitter, nicht frisch, aber auch nicht kräftig, was man bei der hellroten Farbe (Erdbeerlimonade) vermutet hätte. Der Alkohol war schlecht eingebunden und wirkte scharf (bitter) was dem Essen noch mehr Schärfe gegeben hat (scharf/bitter/sauer + scharf = noch schärfer). Für den Preis habe ich einen einfachen und guten Wein erwartet, wie der von Emil Bauer (den Rest des Rotlings habe ich weggeschüttet).
Der zweite Wein zum Hauptgang war der 2024er Cabernet d´Anjou Rosé (lieblich), Caves de la Loire (8,49 €). Für den Preis ein einfacher, aber guter Wein mit Aromen von weißer Johannisbeere, Orange, reifen hellen Früchten (Aprikose, Pfirsich), dazu etwas Holunderblüte und etwas nasses Holz mit schöner Restsüße. Ein wenig leicht zu unserem Essen, aber sonst ein guter Wein.
Zum Abschluss gab es warmen Bananenpfannkuchen mit Kokoseis und zweierlei Fruchtpüree. Dazu 2024er Hagnauer Burgstall Souvignier Gris Beerenauslese, Winzerverein Hagnau (24,80 €). Ein absoluter Ausnahmewein, da es ihn nur in besonderen Jahren gibt. Geschmacklich war ich etwas enttäuscht, da ich mich noch mit Freude an den Hagnauer Burgstall Grauer Burgunder Beerenauslese vom Winzerverein Hagnau erinnere, welcher einfach der Hammer war. Der Souvignier Gris kam mit heller Bernsteinfarbe ins Glas, Geruch nach in Honig eingelegte Aprikose und Honigmelone, Geschmacklich intensiver Traubensaft mit Alkohol.
Was soll ich sagen: Spannend!!! Der Preis sagt nicht viel über Geschmack und Qualität aus. Das Menü mit seinen verschiedenen Aromen, Süße und Schärfe hat gezeigt warum in Asien so wenig Wein getrunken wird. Es ist nicht ganz einfach den richtigen Partner zu asiatischen Essen zu finden :-) Es war wie immer ein wunderbarer Abend, bei bestem Sommerwetter auf Terrasse mit ganz lieben Gästen die wieder als Versuchskanninchen hergehalten haben und das auch noch genossen haben :-) es hat mir riesig Spaß gemacht. Danke euch