23. Januar 2026

WinterMenü 2026

Mal wieder richtig lecker kochen und ausgesuchte Weine dazu trinken :-) In den letzten Monaten war dafür leider keine Zeit geblieben. Um so mehr habe ich mich darauf gefreut, neue Rezepte auszuprobieren und dazu spannende Weine mit Freunden zu trinken.

Obwohl ich sehr viele neue Rezepte ausprobiert habe, ist es einer der leckersten Abende geworden.
Das Weinthema war: "das Beste aus der Neuen und Alten Welt". Also ein Blick nach Neuseeland und Australien im Vergleich mit ihren europäischen Vorbildern.

Begonnen haben wir mit dem 2024er Rimapere Sauvignon Blanc, Rimapere Vinyards, Marlborought, Neuseeland (19,95 € Weinfreunde.de). Ein fantastischer Einstieg. Frisch, unglaublich lebendig und fruchtig (Zitrusfrüchte und Passionsfrucht). Ein Beweis dafür, dass es nicht immer Sekt zum Aperitiv sein muss. Der Weinbau in Neuseeland ist recht jung. 1918 wurden die ersten Reben gepflanzt. Aber Mehltau, religiöse Kampagnen gegen Alkohol, die Reblaus und dass der Neuseeländer lieber Bier trinkt, machten es für den Weinbau schwer. 1970 bis 1990 war Müller-Thurgau die meistangebauteste Rebsorte, da man sich am kühlen Deutschland orientiert hatte. Nach 1990 begann der Siegeszug von Sauvignon Blanc (65%) und den anderen Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder), Bordeaux Blends (Cabernet Sauvignon, Merlot) und Chardonnay, wie wir sie bis heute vorfinden. Durch das maritime kühle Klima (maximale Entfernung zum Meer beträgt 130 km) ist es kühl und es gibt genügend Niederschlag. Auch sind die Böden sehr nährstoffreich (gehören zu den jüngsten Böden der Erde) und durch die Ozonverringerung (Ozonloch) und die klare Luft (viel weniger Abgase; wie auch wenn es viel mehr Schafe 39 Mio. als Menschen 4,5 Mio. gibt) sind die neuseeländischen Weine sehr aromatisch und fruchtintensiv. Unser Sauvignon Blanc aus dem Wairau-Tal (Schwemmland, große Flusskiesel) in Marlborought ist ein Paradebeispiel neuseeländischen Geschmacks. Würde ich jederzeit wieder trinken. Und das Knäckebrot mit Dattel-Curry- und Dattel-Lauchfrischkäse mit Früchten hat richtig gut dazu geschmeckt.

Zur Vorspeise, gegrillte Lachsforelle an Feldsalat mit Orangen, Walnüsse und Granatapfel, gab es den 2023er Bourgogne Chardonnay, Domaine Faiveley, Burgund, Frankreich (26,50 €, weinfreunde.de) und aus Australien den Koonunga Hill Chardonnay, Penfolds, South Eastern Australia  (10,95 €, weinfreunde.de). Der Chardonnay aus den besten Lagen des Burgunds ist unglaublich komplex, weich, saftig mit einem angenehmen Volumen. Schwer zu beschreiben da keine Aromatik im Vordergrund steht, dabei die Vielzahl der Aromatik einem bei jedem neuen Schluck begeistert. Ruhig, ausgeglichen und voll ohne schwer zu sein.
Der australische Chardonnay mit deutlich mehr Säure am Gaumen. Reife Frucht von Apfel, Birne und Mango, dazu leichte Eichenholznote. Hier zeigt sich, dass Australien top in Preis-Genuss ist. Ohne Wow-Effekt wie der Bourgogne aber ein angenehmer Alltagswein und super zur Vorspeise.

Zum Ochsenbäckchen durfte es ein kräftiger Rotwein sein. Ich habe mich für zwei reinsortige Syrah entschieden. Der 2022er Saint-Joseph Saint Cosme, Rhône, Frankreich (27,50 €, weinfreunde.de) aus der nördlichen Rhône. Angenehme Taninne, viel Würze (Tabak, Süßholz und schwarze Oliven) und dunkle Beeren (Aronia, Waldheidelbeere). Ich habe den Wein 3 Stunden vorher dekantiert, was ihm recht gut getan hat. Auch hier ein exellenter Wein, der sein Geld wert ist. Daneben, aus einem kleineren australischen Weingut, 70 km südlich von Adelaide entfernt (mediterranes Klima, Schwemmland, Ton, Mineralien), der 2020er Section 54 Shiraz, Lake Breeze, South Australia (34,80 €, weinfreunde.de). Noch einen kleinen Tick kräftiger. Eine packende Würze (Wacholder, Pfeffer, Tabak), dunkle Beeren (Brombeere), etwas Eiche, reife Tannine und etwas Säure. Dieser Wein verlangt nach würzigen Wildgerichten, war aber auch zu den Ochsenbäckchen ein voller Genuss.

Zum Dessert gab es ein Gewürz-Parfait an Zwetschgenröster, dazu ein Portwein, den ich noch im Keller hatte :-). Ein Genuss-Klassiker. Übrigens hat Penfolds, von dem der legändere Grange Bin 95 kommt, damals (1844) mit gespritetem Wein (mit Portwein vergleichbar) angefangen. Christopher Rawson Penfold war Arzt und hat Wein als Medizin empfohlen :-)

Es war ein rundum gelungener Abend und ich werde das ein oder andere Gericht nochmal kochen.